
Ihr müsst jetzt ganz stark sein: Die meisten Diskussionen, die im Internet geführt werden, existierten in ähnlicher Form auch schon vor der größeren Verbreitung von Datennetzwerken. Zum Beispiel diejenige um Raubkopiererei.
1981, zu einer Zeit also, in der die Musikindustrie mit dem Slogan „Home taping is killing music“ gegen den „Missbrauch“ von Leerkassetten vorzugehen versuchte (worauf die Witzshirtindustrie mit „Home fucking is killing prostitution“ reagierte), setzen die Dead Kennedys mit der oben gezeigten Kassetten-Version ihres Albums „In God We Trust, Inc.“ noch einen drauf: Sie ließen eine Seite des Tapes unbespielt und animierten Käufer ihres Albums somit, eine weiteres Werk zu kopieren.
Ausgedacht hatte sich diesen Coup der Kopf der Dead Kennedys, Jello Biafra nämlich, enfant terrible der Hardcore-Szene, bis heute politisch und künstlerisch äußerst aktiv und dem Vernehmen nach nicht zimperlich, wenn es um eigene Profite geht. Ohne Biafras Motivation in Frage stellen zu wollen: Auch die Mischung aus Pose und Anliegen, aus Marketing und Überzeugung ist eben keine Erfindung von Pirate Bay.
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